Aventura Perú

Laura en los Andes

 
27Juni
2014

Zurück zum Anfang

Das Ende meiner Reise kommt nochmal dem Anfang von allem nah. Denn ich hatte beschlossen, in meinen verbleibenden Tagen in Peru nicht in Lima zu verweilen, sondern nochmal zurueck ins gute, alte Cusco zu gehen. So verbrachte ich nur eine Nacht in Lima bei Paulina und Nicolas und bestieg am naechsten Morgen das Flugzeug in Richtung "zweite Heimat". Und das war absolut die richtige Entscheidung, denn es ist, als waere ich nie fortgewesen. Ich wohne noch einmal bei Doris, in meinem alten Zimmer. Ausser mir sind noch zwei amerikanische Austauschschuelerinnen da.
Bei meiner Ankuft schockte mich allerdings zunaechst einmal das Klima. In Panama konnte man sich nicht einen Zentimeter bewegen, ohne vollgeschwitzt zu sein, hier in Cusco ist allerdings Winter. Natuerlich nicht zu vergleichen mit unserem deutschen Winter, dennoch kalt genug, wenn die Sonne nicht scheint. Natuerlich kam ich auch noch in der laengsten und kaeltesten Nacht des Jahres an.

Nun ist in Cusco gerade das wichtigste Fest des Jahres, "Inti Raymi". Zusammen mit Apu (mit dem ich im Santuario gearbeitet hatte) und Xiomara schauten wir bei der Zeremonie und den Umzuegen zu. Erst auf dem Plaza de Armas, wo die Zusammenkunft verschiedener antiker Voelker der Region Cusco, sowie des Inkas und seiner Frau nachgestellt wurde. Spaeter liefen wir rauf zu den Ruinen von Sacsayhuaman, wo der Inka traditionell ein Lama opfert. (Keine Angst, nur Theater.)

Gestern war ich nochmal das Santuario besuchen, wo es einige Veraenderungen und neue Tiere gibt. Neue peruanische Nackthunde, Kondore, ein neugeborenes Lama und Katzenbabys!! Ich wurde mit offenen Armen empfangen, schaute mich ueberall um und gab sogar nochmal zwei Touren.

Heute dann wurde wieder Fussball geschaut (umgeben von Amerikanern, nur eine Deutsche konnte ich finden) und spaeter war ich nochmal in der Sprachschule. Heute ist leider schon wieder mein letzter Abend in Cusco, das heisst mal wieder Abschied nehmen von meinen Freunden hier.
Morgen werde ich nochmal Cuy essen gehen und dann meine 22-Stunden Busfahrt zurueck nach Lima antreten, wo ich nochmal anderthalb Tage habe, bevor es endgueltig zurueck in die Heimat geht.

Cusco war der beste Abschluss, den ich fuer meine Reise haben konnte, besonders mit den Festivitaeten. Nochmal in vertrauter Umgebung, unter bekannten Gesichtern und Freunden. Auch wenn es traurig ist, sich erneut zu verabschieden, bin ich doch bereit, zu gehen. Die Heimat ruft...

27Juni
2014

Oh, wie schön ist Panama...

...wie schoen Panama tatsaechlich ist, kann ich leider nicht vollstaendig beurteilen, da ich nur einen kurzen Aufenthalt dort hatte.

Von Puerto Viejo aus in Costa Rica ging es bei Sixaola ueber eine nicht allzu sehr vertrauenserweckende Bruecke zu Fuss ueber die Grenze und weiter nach Bocas del Toro, ein paar Inseln in der Karibik. Ich machte einen Ausflug mit dem Boot aufs Meer hinaus, wobei wir Delfine beobachten konnten. Dann wurden wir an einer karibischen Insel abgesetzt, Zapatillos. Das Paradies! Palmen, goldener Sandstrand und warmes, tuerkisfarbenes Wasser. So etwas kannte ich bisher nur aus dem Fernsehen oder von Postkarten. Danach war noch Schnorcheln angesagt, wobei ich Korallen, Fische und Quallen beobachten konnte.
Da auf der Hauptinsel Colon allerdings nichts weiter los war als Party, brach ich nach einer Nacht meine Zelte ab und bestieg mal wieder einen Nachtbus (ich dachte, ich sei durch damit...)

Nun ging es auch schon weiter nach Panama City, wo ich drei volle Tage verbrachte mit Stadtbesichtigung, Museen, Fussball schauen, einem Besuch im Casino und der Besichtigung des Panama-Kanals, der Verbindung von Atlantik und Pazifik. Als ich dort war, fuhr gerade ein Schiff "Hamburg Sued" in die Schleusen ein.
Die Stadt hat mir ganz gut gefallen, es gibt eine kleine Altstadt und dann im Kontrast dazu riesige moderne Hochhaeuser. Allerdings ist das Klima furchtbar erdrueckend. Viel zu warm und zu feucht. Dafuer dann in Museen und Bussen die Klimaanlage auf gefuehlte null Grad.

Nach fuenf Tagen Kurzaufenthalt in Panama ging es am Samstag dann zum Flughafen und ueber Kolumbien zurueck nach Peru. 

16Juni
2014

Von der haertesten Wanderung meines Lebens bis zur Karibikkueste mit WM-Feeling

Nach meiner Freiwilligenarbeit auf der Farm war wieder Reisen und Urlaub angesagt, was jedoch nicht in erster Linie Entspannung bedeutet...

Nachdem ich einen Tag den Vulkan Poas besuchte, dessen Krater sich doch tatsaechlich mal ein paar Sekunden lang durch den Nebel hinweg sehen liess, reiste ich weiter ins kleine Doerfchen San Gerardo de Rivas, das am Fusse des Nationalparks Chirripó liegt.
Im Bus dorthin traf ich auf Julia aus Rostock, die zwar nicht den Berg besteigen wollte, aber immerhin einen Plan hatte, in welches Hostel sie wollte, also schloss ich mich ihr an. Ausserdem wollte sie danach weiter zur Karibikkueste, wie ich. Also taten wir uns zusammen, aber dazu spaeter mehr.

Der Chirripó ist mit 3820 Metern der hoechste Berg (Vulkane ausgenommen) Zentralamerikas.
Um diese Wanderung zu starten, ist es ratsam vorher zu reservieren, weil es nur limitierten Platz in Park und Herberge gibt.
In meinem Hostel unten im Dorf fanden sich zwei weitere deutsche Frauen und ein Junge aus der Schweiz, die am gleichen Tag wie ich die Tour starten wollten. Mit dem Schweizer, Nico, lief ich also morgens halb sechs los, mit Schlafsack, warmen Sachen und Essen im Gepaeck. Es war sehr gut, bei der Wanderung Gesellschaft zu haben, denn so kann man sich gegenseitig motivieren. Ausserdem sprachen wir fast ausschliesslich spanisch, um zu ueben, sodass ich nach einer Weile fast vergass, dass wir ja die selbe Muttersprache teilen.
Wir starteten auf 1490m vom Hostel aus und hatten fuer diesen Tag 14,5km vor uns, vorwiegend natuerlich bergauf, denn das Basis-Camp, in dem wir uebernachten sollten, befand sich auf 3400m Hoehe. Ging es mal bergab, war das nicht sonderlich motivierend, denn wir wussten: Das muessen wir gleich wieder rauf.

Es war anstrengend, doch wir befanden uns ja noch am Anfang und die Landschaft entschaedigte. Los ging es mit Wald, der stellenweise moosbehangen war und wie ein Maerchenwald aussah. Spaeter brachen wir aus dem Wald hervor, es liessen sich nur noch kahle Baeume sehen, dafuer hatten wir aber eine klasse Aussicht auf die umliegenden Huegel und hatten schon einige Wolken unter uns gelassen.
Gegen um zwoelf kamen wir schliesslich oben an. Nachdem wir eine Weile geruht hatten, wollten wir zum Sonnenuntergang noch rauf auf die Cerros Crestones. Drohendes Donnergrollen und dunkle Wolken liessen uns jedoch nach etwas mehr als der Haelfte umkehren. Dennoch fanden wir einen tollen Aussichtspunkt.
Gegen sieben ging es dann auch schon ins Bett, denn am naechsten Tag wollten Nico und ich um drei starten, damit wir zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel waeren.

Also ging es "frueh am Morgen" dick angezogen los. Ich trug doch tatsaechlich hier in Costa Rica Muetze und Handschuhe! Die uebrigen 420 Hoehenmeter in Form von 5,1km waren sehr anstrengend und ich muss sagen, dass ich an meine Grenzen stiess und mir immer wieder vorhalten musste, warum ich mir das ueberhaupt antue.
Auf dem Weg zum Gipfel verloren wir auch noch den richtigen Pfad. Keiner von uns beiden wusste, wie der Chirripó ueberhaupt aussah, was angesichts der Dunkelheit allerdings auch nicht viel genuetzt haette. So irrten wir also etwa fuenfzehn Minuten im "Valle de los conejos", also im Hasental herum, bis wir endlich wieder auf den richtigen Weg stiessen. Ich aergerte mich ueber die Verschwendung an Kraft und Zeit, war aber sehr froh, nicht allein gewesen zu sein.

Die letzten zweihundert Meter absolvierten wir auf allen vieren, denn es war so steil, dass es schon klettern war, doch dann waren wir endlich oben angekommen. Es daemmerte schon, es wurde heller, die Wolken verfaerbten sich. Und dann wusste ich wieder, wofuer die ganze Muehe, denn die Aussicht und das Gefuehl waren unbeschreiblich. So hoch ueber den Wolken wie sonst nur im Flugzeug. Die beiden Ozeane konnten wir zwar nicht sehen, trotzdem war es unglaublich schoen, die Wolken, umliegende Berge, das Licht, ein paar Seen...

Da es dort oben aber doch sehr frisch war, gingen wir auch bald wieder hinunter, fruehstueckten ausgiebig im Basis-Camp, um dann acht Uhr den finalen Abstieg zu starten. Denn da warteten ja noch 14,5km auf uns. Und die waren kein Spaziergang. Nach der Haelfte dachte ich mir schon, es sei nun genug, dementsprechend furchtbar war die zweite Haelfte. Um mich von dem immer groesser werdenden Schmerzen in Gelenken, Muskeln und Fuessen, sowie der Muedigkeit abzulenken, fing ich irgendwann an, meine Gedanken laut vor mich her zu singen.
Nach etwa fuenf Stunden war die Qual endlich vorbei und ich durfte mal wieder feststellen: Runter ist schlimmer als hoch.
Und dies war wohl die haerteste Wanderung meines (bisherigen) Lebens.

Nun will ich mich aber nicht zu sehr beklagen, schliesslich habe ich den Chirripó erklommen. All die Anstrengung war es absolut wert! Die Berge hatte ich seit Peru schon vermisst und obwohl mich der Dschungel schon sehr beeindruckt hat, muss ich sagen, dass die Berge wohl meine Lieblingsumgebung in der Natur sind.

 

Nun bin ich wieder in einer voellig anderen Welt, der Karibik! Zusammen mit Julia fuhr ich innerhalb eines Tages ueber San José bis zur Karibikkueste nach Cahuita. Die Besichtigung des Nationalparks fiel dank Regen leider aus, aber ich glaube, ich habe genug Nationalparks gesehen. Wir nahmen an einer Schokoladentour teil, wo wir Schokolade machten und vor allem endlich den Sinn in der Existenz von Muecken herausfanden. Sie bestaeuben die Kakaopflanze. Ohne Muecken also keine Schokolade! Dafuer nehme ich doch tatsaechlich ein paar Mueckenstiche in Kauf.

Nun sind wir in Puerto Viejo mit Karibikflair. Ich bin eine Weile am Strand herumgelaufen, wunderschoen mit klaren Wasser, goldfarbenem Sand, Palmen und angrenzendem Dschungel. Ansonsten ist nach den Haerten des Chirripós viel Entspannung angesagt.

Und dann ist da ja noch die Fussball-Weltmeisterschaft, die letzte Woche begonnen hat. Am Samstag spielte Costa Rica gegen Uruguay und wir gingen in eine Bar, um mit all den Ticos (Name der costaricanischen Bevoelkerung) das Spiel zu sehen. Es war eine Bombenstimmung, die Ticos wissen, wie man feiert, vor allem wenn ihr Team wider Erwarten 3:1 gewinnt.
Heute Morgen dann war die Bar von Deutschen eingenommen. (Zwei Portugiesen habe ich gesehen...) Ich muss sagen, die Stimmung unter den Ticos war nochmal um einiges besser, aber die Deutschen koennen auch ordentlich Krach machen, besonders bei diesem Ergebnis.

 

Heute ist somit mein letzter Tag hier in Costa Rica, denn morgen frueh geht es weiter nach Panama, nach Bocas Del Toro, ein paar Inseln in der Karibik.
In knapp zwei Monaten habe ich eine Menge erlebt. Costa Rica steht staerker unter nordamerikanischem Einfluss, ist teuer und kann vielleicht nicht mit huebschen Staedten prahlen, dafuer ueberzeugt es aber mit einer unglaublich ueberwaeltigenden Natur und einer grossen Vielfalt fuer so ein kleines Land.
Ich habe viel gesehen, mitgenommen und gelernt.

 

 

08Juni
2014

Wwoofing

Fuer alle, die sich jetzt fragen: Wwoofing, was soll das sein? Hier eine kurze Erklaerung...

Wwoofing ist die Abkuerzunf fuer "World-Wide Opportunities on Organic Farms", also weltweite Moeglichkeiten fuer organische Farmen. Die letzten drei Wochen war ich also Wwoofer auf einer Farm in Ciudad Colon, nicht weit von San Jose.

Als ich ankam, war ich erst einmal alleinige Freiwillige, ausser mir waren nur Robert und Henry und die Tiere (darunter fuenf Hunde!) da. Spaeter kamen andere Freiwillige dazu und es wurde geselliger, wir schafften viel mehr an Arbeit. Die Farm (etwa ein Hectar) gehoert Robert aus Missouri, er lebt seit etwa zehn Jahren in Costa Rica, hat ein Stueckchen Land gekauft, wo es schon einige Obstbaeume gab und baut seitdem alles moegliche an. Ausserdem nimmt er Freiwillige auf, die die Farm instand halten und dafuer Unterkunft und Essen bekommen.

Ich habe unglaublich viel gelernt und Erfahrungen gemacht in meiner Zeit dort, hatte ich doch zuvor keine Ahnung von Pflanzen.
Zu meinen taeglichen Aufgaben gehoerte anfangs das Waessern einiger Pflanzen (spaeter, als der Regen bestaendiger wurde, fiel das weg), Versorgung der Katzen, Schafe und Huehner und das Aufsammeln der Fruechte: Mangos, unzaehlige Zitronen/Limonen, Orangen, Papayas, Tomaten, Avokados, Bananen und und und... Nichts dieser Fruechte wird verkauft, alles ist fuer den Eigenbedarf. Ich habe mich sicher noch nie so gesund ernaehrt wie die letzten Wochen.

Robert richtet sich nach einem Pflanzenkalender, der von den Sternen abhaengt und somit haben wir je nach "Root-", "Fruit-", "Leaf-" oder "Flower-Day" verschiedene Dinge geerntet oder gepflanzt. Wir haben Suesskartoffeln und Yuca ausgegraben und neu gepflanzt, Kaffee umgepflanzt, Zuchini, Brocoli, Salat, Paprika, Bohnen und noch so viel mehr gepflanzt. Einige der Samen, die ich gepflanzt habe, konnte ich ein paar Tage spaeter schon in Form kleiner Pflaenzchen wiedersehen.

Ausserdem haben wir einige Buesche und Baeume mit der Machete getrimmt, einen Zaun gebaut, ich habe in den ersten Tagen ganz viel Calcium auf die Beete geschaufelt (da der Regen hier wegen der Vulkane sauer ist) und dann haben wir noch sehr viel Unkraut gejaetet.
Die Arbeit war anstrengend (vor allem war es diesmal richtige Arbeit), aber es ist toll, am Ende des Tages zu sehen, was man geschafft hat und von Zeit zu Zeit die Produkte seiner Arbeit essen kann.

Wir haben Salat mit eigenen Kraeutern gemacht, die Yuca und Suesskartoffeln (vielleicht mit dem ein oder anderem Wurm), die wir selbst gegraben hatten, zubereitet und gegessen, hatten immer frische Eier, dann habe ich gelernt, wie man Brot baeckt und wir haben Saefte und Limonade aus den Fruechten der Farm gemacht.

Das praegenste Ereignis fuer mich war aber wohl das folgende. Und an all meine vegetarischen Freunde, die nichts ueber Fleischzubereitung wissen moechte, sage ich an dieser Stelle, geht vielleicht besser zum naechsten Abschnitt ueber. Wen es interessiert, ist natuerlich mehr als willkommen, weiterzulesen.
Es gab unter den tausend Huehnern eines, welches Eier aufgepickt und gefressen hat. Robert meinte, wenn wir es ertappen, wuerde es Huehnersuppe geben. Wir ertappten es. Henry fragte, ob ich Huhn essen woellte. Er koennte es zubereiten, aber ich muesste es schlachten, wenn ich es essen woellte. Ich dachte zunaechst, das sei ein Scherz. Ich kann doch nicht einfach ein Huhn umbringen. Doch als ich mehr darueber nachdachte, erschien es mir nicht mehr so abwegig. Wer kein Problem damit hat, Fleisch zu essen, sollte ja wohl auch kein Problem damit haben, ein Tier zu toeten oder nicht? Ausserdem musste das eierfressende Huhn weg und ich wusste, es ist ein "Bio-Huhn", es hatte ein wunderbares Leben. 
Also fingen wir eines Tages das Tier ein, legten es auf den Boden und ich schlug ihm nach einigem Zoegern (denn es ist doch etwas anderes, nur darueber zu reden als es dann letztendlich zu tun) den Kopf ab. Danach zeigte Henry mir jeden einzelnen Schritt, vom Rupfen, uebers Ausnehmen, kochen und zubereiten und schliesslich gab es ein koestliches Mahl, "arroz con gallina". Eine unglaubliche Erfahrung, fuer die ich mich von keinem Fleischesser zum Moerder verurteilen lassen werde. Es ist gut zu sehen, wo unser Steak oder Schnitzel herkommt.

Ja, ich hatte also eine sehr gute Zeit auf der Farm, habe viel gesehen und gelernt und mal ehrlich: Wer von euch hat schon mal eine Mango oder Avokado direkt vom Baum gegessen?

Ein bisschen was habe ich auch unternommen in der Zwischenzeit, allerdings hat es nachmittags fast immer geregnet, sodass man nicht viel machen konnte und ich in meiner Zeit dort nur dreimal im Pool war. Ein verlaengertes Wochenende fuhr ich nach Monteverde, besuchte ein Nebelwaldreservat, lief ueber den Baeumen auf einigen Bruecken entlang und besuchte eine Kaesefabrik.
An meinem letzten Arbeitstag fuehrte Henry uns auf einer recht anspruchsvollen Wanderung den Berg hinunter (und spaeter wieder herauf) und durch einen Fluss hin zu einem Zwanzig-Meter-Wasserfall. Beeindruckend!!

Nun bin ich mal wieder in San Jose als Zwischenstation und muss zu meinem Erschrecken feststellen: Nur noch drei Wochen bis zu meiner Rueckkehr nach Deutschland.
Ich hoffe, diese Zeit so gut wie moeglich nutzen zu koennen und noch einmal ganz viel zu sehen.

Wir sehen uns also vielleicht ziemlich bald.
Pura Vida!

18Mai
2014

Pura Vida!

Willkommen im Dschungel!

Schon meine ersten drei Wochen hier in Costa Rica konnten dem Landes-Slogan: "Pura Vida, mae!" gerecht werden.
Ende April kam ich also im Regenwaldhostel Bolita an, welches wirklich weitab und gaenzlich ohne Zivilisation ist. Von der naechstgelegenen "Stadt" Puerto Jimenez faehrt zwei mal am Tag ein Bus ins Doerfchen Dos Brazos, vierzig Minuten, allerdings nicht am Wochenende. Dann muss man noch etwas mehr als eine halbe Stunde durch stetes Gruen bergauf laufen, um sich mitten im Dschungel wiederzufinden.

Dort ist es wie in einer anderen Welt mit einer eigenen Zeit. Geschlafen habe ich im Zelt, zusammen mit ein paar Ameisen und tausend Dschungelgeraeuschen. 
Um sechs ist es dunkel, Licht gab es nur sehr spaehrlich von Kerzenschein und ein paar solarbetriebenen Laempchen. Was macht man also im Dunkeln im Urwald? Richtig, schlafen gehen. Um fuenf ist es dann wieder hell und spaetestens halb sechs ist man auch wach.

Gegessen haben wir hauptsaechlich Reis und Bohnen und sonstiges Essen, was sich laenger haelt, denn einen Kuehlschrank gab es dort natuerlich nicht und mit mal eben in die Stadt war auch nichts. Es gab aber immer mal wieder frische Mangos, Avokados, Bananen, Guanabanas und diverse andere Fruechte von den umliegenden Baeumen.
Beim Kochen gab es verschiedene Tricks zum Gas sparen, denn natuerlich tragen sich die 35-kilo-schweren Gasflaschen nicht alleine den Berg rauf.
Wasser gab es aber an Mass, da Ron, der Hostelbesitzer, ein System entwickelt hat, um das Wasser eines Bergstroms gefiltert benutzen zu koennen.

Zu meinen Aufgaben gehoerte hauptsaechlich das Sauberhalten von Kueche, Schlafraum und Baedern. Ausserdem habe ich ziemlich viele Papayas und Erdnuesse gepflanzt, Fruechte eingesammelt, gegraben, Erde gepresst, eine Abdeckung gebaut. 
Generell gab es allerdings nicht so viel zu tun, Ron war auch sehr locker, was die Arbeit anging und wir mussten nur 20 Stunden die Woche arbeiten, wenn ueberhaupt.

Den Rest der Zeit habe ich ganz viel entspannt (dabei vergeht die Zeit sehr langsam, ich fuehle mich, als waere ich Jahre dort gewesen) und natuerlich bin ich alle umliegenden Trails abgelaufen. Purer Dschungel!

Immer hatte ich vom Dschungel getraeumt, jetzt war ich endlich da. Das Gruen ist einfach ueberragend. Wie viele Bilder und Videos haben wir nicht schon davon gesehen? Aber nichts kann das Gefuehl beschreiben, wenn man dann tatsaechlich da ist, ueber hunderte von Baumkronen blickt oder den Himmel vor lauter Gruen nicht sieht und im Hintergrund ein paar Bruellaffen schreien hoert.

Wenn man auf den Trails lief, begegnete man - wenn ueberhaupt - nur anderen Hostelgaesten, sonst gab es keine Menschenseele. Dafuer aber umso mehr Tiere!
Ich habe einiges gesehen an Echsen, Schmetterlingen, zum Beispiel den durchsichtigen Glasfluegler, unzaehlige beeindruckende Insekten, Froesche, die grossen Kroeten und die kleinen bunten Giftpfeilfroesche, Krebse, Schlangen, Schlangen, die Froesche jagen und fressen, Eichhoernchen, Bruellaffen,Spinnenaffen, Papageien, Tukane, andere Voegel und und und...
Und das alles in deren natuerlichen Umgebung!

Auch die Pflanzenwelt ist so vielfaeltig, riesige, uralte, dicke Baeume, Lianen, bunte Blumen, Graeser, fremde Fruechte...  Auf den Trails konnte man einiges entdecken und es war richtig abenteuerlich, da durch verschiedene Unwetter immer mal Baeume im Weg lagen.

Ich war bei Aussichtspunkten, Fluessen, Berghaengen, Wasserfaellen, Schwimmloechern... Einmal sind wir zwei Stunden im Fluss gelaufen, da wollte jeder Schritt gut ueberlegt sein

Nun befinde ich mich hier ja am Anfang der Regenzeit. Das merkt man, denn nicht nur einmal war ich bis auf die Knochen nass oder konnte mich stundenlang nicht aus einer Haegematte bewegen, um nicht nass zu werden. Einige meiner Sachen waren quasi permanent nass.
Aber ich will mich gar nicht beschweren, den Regen bin ich aus Peru ja schon gewoehnt.

Natuerlich war ich dort nicht allein. Es gab andere Freiwillige und einige Gaeste, mit denen man sich unterhalten, Trails laufen, kochen oder Musik machen konnte, denn ein Freiwilliger hatte seine Ukulele dabei.

Nur einmal zwischendurch war ich in der "Stadt", um etwas zu essen und eine neue Kamera  zu kaufen, denn meine hatte, als ich das erste Foto vom Regenwald schiessen wollte, den Geist aufgegeben.

Seit Donnerstag bin ich nun wieder in der Zivilisation, kann alles essen, was ich will und laenger als um sieben wach bleiben. Dafuer fehlt allerdings diese ueberwaeltigende Natur.

Das Wochenende ueber war ich in Manuel Antonio, wo es einen kleinen Nationalpark am Strand gibt. Dort habe ich wieder einige neue Tiere gesehen. Ein paar Faultiere, Agutis, wieder unzaehlige Insekten und Schmetterlinge, weissgesichtige Affen und Waschbaeren.

Ich verbrachte eine Weile am Strand und schwamm, denn endlich hatte ich mal ein Stueckchen Pazifik erwischt, wo die Wellen einem das Schwimmen nicht unmoeglich machen.
Am Strand musste man auf Affen und vor allem Waschbaeren aufpassen, hatte man mir gesagt. Also hielt ich mich etwas entfernt von den Baeumen, allerdings wohl nicht weit genug. Ich hatte meinen Rucksack neben mir liegen, geoeffnet, drinnen das Essen. Meine Augen waren geschlossen, ich entspannte seelenruhig, ploetzlich hoere ich ein Rascheln, Rufe und im naechsten Moment sehe ich einen Waschbaeren mit meiner Essenstuete davon rennen. 
So schnell konnte ich gar nicht reagieren, aber was soll man machen... Ich machte ein paar Fotos von den Dieben und in der Zwischenzeit klauten sie mir noch eine zweite Tuete.
Die Beute teilten sie mit den Affen.

Heute bin ich in der Hauptstadt, San Jose, angekommen (so ein unglaublicher Gegensatz zu Bolita, darauf muss ich erstmal klar kommen), um morgen frueh auf die Farm zur Farmarbeit zu fahren.

Hasta luego!
Laura

 

 

26April
2014

Reisen

Ihr Lieben, an dieser Stelle eine Zusammenfassung meiner letzten drei Wochen:

Anfang April habe ich Cusco verlassen, zusammen mit Ella, die auch Freiwillige in Cusco war. Mit dem Bus ging es 22 Stunden nach Lima, wo ich Paulina und Nicolas, Verwandte Doris' besucht habe. Dann waren wir noch in einem Kunstmuseum und in einem Wasserpark mit Springbrunnen.

Am Abend ging es schon in den naechsten Bus, gen Norden, nach Huaraz, wo wir eine Zwei-Tages-Trekkingtour buchten in der Cordillera Blanca, also in den Bergen. Dabei sahen wir die Laguna 69, eine strahlend blaue Lagune, umgeben von schneebedeckten Bergen, das schoenste, was mir in Peru untergekommen ist! Geschlafen haben wir im Zelt an einem Fluss, beaengstigend dabei waren nur die Kuehe auf unserer Wiese, die dem Zelt doch sehr nahe kamen...

Danach ging es weiter nach Trujillo, wo wir einen Tag mit Stadtbesichtigung, kurzem Strandaufenthalt, Besuch des botanischen Gartens und einer Show mit peruanischen Paso-Pferden verbrachten und nachts ging es wieder weiter mit dem Bus nach Mancora.

Mancora soll angeblich einer der schoensten Straende in Peru sein, Ella und ich waren jedoch nicht sonderlich begeistert. War eben ein Strand wie tausend andere. Trotzdem faulenzten wir ein paar Tage dort, liessen es uns gut gehen bis Ella nach Lima fuhr, weil ihr Flug nach Deutschland ging. Von nun an war ich wirklich allein un vermisste ihre Gesellschaft schon ein wenig.

Ich fuhr weiter Richtung Norden nach Tumbes, wollte eigentlich eine Tour in die Mangreovenwaelder machen, was dann aber nicht moeglich war. Da die Stadt nicht sonderlich schoen war, brach ich so schnell wie moeglich meine Zelte ab und suchte mir den naechstbesten Bus nach Ecuador.

Adios Peru, hola Ecuador!

In Ecuador war ich zunaechst in Cuenca, die Stadt hat mir sehr gut gefallen, nicht allzu gross, ein wenig in den Bergen. Ich habe einige Museen sowie einen Zoo besucht. Ausserdem war ich im Mozart-Requiem! Dann ging es weiter nach Baños, dem Staedtchen mit den tausend Aktivitaeten.

Meine Anreise war ziemlich anstrengend und nervenaufreibend, weil ich zum Beispiel die letzten drei Kilometer mit Sack und Pack laufen musste und sie mich erst beim vierten Hostel einliessen. Klar, es war Ostern und ich hatte keine Reservierung. Das gefundene Hostel war dann aber ein echter Gluecksgriff, ich freundete mich gleich mit einem Maedchen aus Norwegen, Ingrid, an und wir verbrachten die naechsten Tage zusammen. Wir besuchten ein Baumhaus mit Schaukel, welches wie das Ende der Welt schien (errichtet zur Vulkanbeobachtung), machten Canyoning, d. h. seilten uns an Wasserfaellen im Urwald ab und auch Rafting, alles sehr adrenalingeladen. Ausserdem war ich Reiten.

Nach einem sehr actionreichen Osterwochenende fuhren wir gemeinsam weiter nach Quito, wo Ingrid weiter in den Dschungel fuhr und ich mir ein Hostel suchte.
Hier habe ich wieder die Stadt besichtigt, war in Kirchen, in einer Seilbahn, bei einem Fussballspiel im Stadium (Freundschaftsspiel der ecuadorianischen Nationalmannschaft gegen Auslaender, die in ecuadorianischen Teams spielen) und ausserdem in der "Mitad del Mundo", dem Aequator! Dort gibt es allerdings zwei Linien, eine veraltete mit riesigem Denkmal und eine aktuellere mit einem Museum mit tollen Experimenten!

Heute war dann noch ein Ausflug zum Cotopaxi, dem zweithoechsten Vulkan Ecuadors (fast 6000m hoch) angesagt. Wir wanderten bis zur Schneegrenze in 5000m Hoehe. Spaeter fuhren wir noch Fahrrad.

Das waer's im Groben. Tut mir Leid, dass es nicht detaillierter ist. Wer mehr Infos moechte, kann mich ja dann in gut zwei Monaten in Deutschland ausfragen. ;)

Mein Wochenende wird recht stressig, da ich morgen die Reise in den Dschungel in Costa Rica (Corcovado) antrete. Und zwar mit zwei Fliegern, vier Bussen, evtl. Boot und viel Laufen. Dort im Dschungel werde ich in einem Hostel oder Agentur fuer Dschungeltouren arbeiten. Was genau auf mich zukommt, weiss ich noch nicht. Jedenfalls wird dort alles fernab von Zivilisation sein.

Also dann, ich melde mich, wenn ich wieder aus dem Dschungel zurueck bin.

Hasta pronto!

10April
2014

Bolivia - Chile - Perú

Anfang Maerz stand bei mir nochmal ein Trip an, diesmal ein etwas laengerer. An einem Freitagabend fuhr ich zusammen mit Sabrina mit dem Bus Richtung Bolivien, nach La Paz. Am Morgen stiegen wir an der Grenze aus, um nach endlosem Warten auf ein Problem zu stossen: Sabrinas Visum galt nur fuer dreissig Tage und sie war schon seit Oktober da. Nun durfte sie bis zum Begleichen der Strafgebuehr nicht ausreisen. Allerdings oeffnete die Bank, bei welcher diese zu begleichen war, erst Montagmorgen. Was nun? Nach einigem Hin und Her beschlossen wir, dass es keinem von uns nuetzte, wenn beide an der Grenze festhingen und so fuhr ich erstmal allein nach La Paz weiter. Ich schloss mich zwei deutschen Maedels, den Schneiders an. Wir suchten zusammen ein Hostel und erkundeten die Stadt. Am naechsten Morgen standen wir ganz frueh auf, um La Paz bei Sonnenaufgang von einem Aussichtspunkt aus zu sehen. Unglaublich! Am Nachmittag waren wir noch im Musikinstrumentenmuseum. Dann reisten die beiden ab und ich blieb bis zum naechsten Tag allein, wobei ich den Karnevalsparaden zusah und ordentlich nass wurde. Denn Karneval bedeutet hier in Suedamerika vor allem viel Wasser und Schaum. Ueberall!! 

Am Nachmittag traf ich dann, Gott sei dank, wieder auf Sabrina und wir fuhren ueber die Nacht im schrecklichsten Bus aller Zeiten nach Uyuni, wo wir am Morgen eine Dreitagestour fuer die Salzwueste buchten. Unser Guide war leider nicht das Wahre, aber die Landschaft, die wir sahen, dafuer umso beeindruckender. Zunaechst ging es zu einem Eisenbahnfriedhof, wie ein riesiger Spielpatz, danach in die Salzwueste, wo es einfach, soweit das Auge reicht, nur Weiss gibt! Unglaublich! Irgendwann tauchte dann eine Insel mit vier Meter hohen Kakteen auf. Ausserdem sahen wir verschiedene mehr oder weniger farbige Lagunen, gigantische Felsen, einen Steinbaum, unzaehlige Falmingos und auch "Diegos", also Vicuñas.

Am Ende unserer Tour wurden wir bis zur Grenze und ins in Chile, in der Atacama-Wueste gelegene San Pedro gebracht, wo wir wieder uns selbst ueberlassen waren. Hier war es wunderbar warm, aber auch teuer... Wir verbrachten drei Tage mit einer Tour zur Lagune Cejar, die so salzgehaltig ist, dass man nicht untergehen kann, einer Nacht Sternegucken in der Wueste und einer Fahrradtour auf eigene Faust, ebenfalls durch die Wueste, mein absolutes Highlight dieser Reise! Schliesslich ging es weiter nach Iquique, am Bus trafen wir auf einen Berliner, der in dasselbe Hostel wollte wie wir, also taten wir uns zusammen und verbrachten drei Tage in Iquique, reiner Strandurlaub! So war ich das erste Mal im Pazifik, wobei schwimmen wegen der sehr hohen Wellen leider nicht so moeglich war...

Danach ging es wieder zurueck ins "Heimatland". Ueber Arica und Tacna fuhren wir mit einem Bus Richtung Lima bis nach Pisco, an der Suedkueste Perus. Die Stadt ist nicht sonderlich ansehnlich, aber wir wollten schliesslich auch zu den Inseln, den Islas Ballestas ("Galapagosinseln von Peru" oder weniger schmeichelhaft ausgedrueckt "Galapagosinseln fuer Arme"), wo es unzaehlige Voegelarten und Robben gibt, ein weiteres Mal unglaublich! Schliesslich sahen wir uns noch den Paracas-Nationalpark mit vielen Straenden und Pelikanen an. In diesem Zuge probierte ich ein weiteres Mal Ceviche, was an der Kueste ja so viel besser sein soll als in Cusco zum Beispiel. Klar, denn es handelt sich um rohen Fisch oder anderes Meeresgetier mit Zitrone. Mein Fall ist es allerdings nicht so ganz. 
In unserer letzten Nacht erlebten wir dann noch ein Erdbeben! Natuerlich nicht zu vergleichen mit dem, was jetzt im Norden Chiles und Suedperu vorgefallen ist, lediglich ein Zittern, aber dennoch. Immerhin hat das Zimmer gewackelt!

Ehe wir uns versahen, waren die zwei Wochen Urlaub auch schon wieder vorbei, aber wir hatten ja eine Menge erlebt. Schliesslich ging es wieder nach Hause nach Cusco, worauf wir uns aber auch schon wieder freuten und wo fuer Sabrina die letzten zwei, fuer mich die letzten drei Wochen anbrechen sollten...

05April
2014

Adios Cusco!

Ich kann es kaum glauben, aber das halbe Jahr ist doch tatsächlich schon um!

Die letzten drei Wochen hier nach meiner Reise waren nochmal super und ich denke, ich habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Ich war zwei Mal im Konzert, einmal bei einer peruanischen Sopranistin mit traditionellen Liedern und einmal beim ansässigen Sinfonieorchester. Oh, und einmal sogar bei einem peruanischen Rap-Konzert. Dann habe ich viel mit meinen deutschen, sowie peruanischen Freunden unternommen, wie Karaoke, der Besuch bei Coricancha, Zoobesuch in Tipon, Fahrradausflug und und und...
Im Projekt war es auch immer toll, habe Touren auf englisch, deutsch und spanisch gegeben, den Mädels in der Tienda Englisch-Nachhilfe gegeben, mich mit den Tieren beschäftigt... Und die Leute dort sind mir wirklich ans Herz gewachsen! Sie waren immer nett zu mir, hatten Verständnis, wenn ich mal mit dem Spanisch Schwierigkeiten hatte und mir immer geholfen. Zum Abschied gab es eine kleine "Party" mit Hühnchen und Bier.
Allerdings habe ich mal nachgefragt, was von meinem Geld so ankommt und war doch geschockt. Für jeden Freiwilligen bekommt das santuario 50$ bis 100$. Ich dachte ja, dass von meinem Geld nicht alles beim Projekt ankommt, aber das?? Das ist so ungefähr nichts von dem, was ich gezahlt habe! Letztendlich kann ich meine Organisation mitnichten empfehlen. Bei Problemen können sie mir nicht wirklich weiterhelfen, Vorbereitung und Organisation gehen Richtung Null, viele Projekte, die sie vermitteln, können mit den Freiwilligen gar nichts anfangen (klar, ich hatte Glück, habe aber auch anderes gehört) und dann kommt von dem Geld einfach so gut wie nichts an! Ich empfehle jedem, der einmal Freiwilligenarbeit machen möchte, es privat zu organisieren, ohne Organisation. Besser für die eigene Geldtasche und für das Projekt. 

Nun aber Schluss mit der Hetzerei... heute Nachittag fahre ich mit Ella mit dem Bus nach Lima, dann reisen wir zusammen im Norden von Peru herum. Mitte April muss sie dann zurück nach Deutschland, ich reise weiter nach Ecuador, von wo aus ich nach Panama fliege. Dort nehme ich den Bus nach Costa Rica, wo ich drei Wochen im Dschungel und einen Monat auf einer Farm in der Nähe von San Jose arbeiten werde. Danach wieder über Panama zurück nach Lima und in die Heimat.
Für alle, die es also bisher noch nicht wussten... ich habe meine Reise ein wenig verlängert und lerne noch ein paar mehr hoffentlich genauso tolle Orte wie Cusco kennen und komme Ende Juni zurück.

In der nächsten Zeit weiß ich nicht, wie es mit dem Internetzugang und den Blogeinträgen werden wird, da ich meinen Laptop in Lima lasse und wer weiß, ob es im Dschungel zum Beispiel Internet gibt, ich glaube ja eher nicht. Aber ich versuche natürlich, mich immer mal zu melden.

Nun heißt es wirklich "Adios, Cusco", ich werde diese Stadt wirklich vermissen, ich habe hier eine Familie, sowie gute Freunde gefunden, eine Menge neue Sachen kennengelernt und Eindrücke gewonnen. Eine wundervolle Zeit, die viel zu schnell vorbeigegangen ist...

 

Santuario Cochahuasi Pacarana Südamerikanischer Storch Puma Condor Santuario Cochahuasi Fahrradtour :)

14Februar
2014

Huacachina – el desierto

Nach drei Wochen Eingewöhnungszeit im neuen Haus und im neuen Projekt stand endlich wieder ein Ausflug auf dem Plan und zwar in die Wüste! Mit Alina, Hannah und Ella fuhr ich an einem Freitagnachmittag mit dem Bus nach Ica. Das Buchen des Busses war sehr nervenaufreibend und irgendwie war schon im Voraus klar, dass es Probleme geben würde. Das Problem stellte sich allerdings als für uns positiv heraus. Der Bus unserer Agentur konnte aus unerfindlichen Gründen nicht fahren, so wurden wir in einen anderen Bus gesteckt, einen viel besseren, bei dem wir sogar Abendessen und Frühstück bekamen.

Nach einer achtzehnstündigen(!) Fahrt kamen wir gegen Mittag in Ica an, von wo aus wir mit dem Taxi in die nahegelegene Oase Huacachina, mitten in der Wüste, fuhren. Dort angekommen belagerten wir ein Hostel, das uns empfohlen worden war, und entspannten erst einmal am Pool, denn in Ica ist es sehr warm und dies war wohl mein erster Trip, der vorrangig Urlaub und Entspannung bedeutete. Am Nachmittag erkundeten wir Huacachina (viel mehr als ausruhen kann man da allerdings nicht machen) und abends erklommen wir noch eine Sanddüne, um den Sonnenuntergang in Wüstenkulisse zu bestaunen. Das war unglaublich. Schon als wir mit dem Taxi in die Oase hereinfuhren mit Sandbergen im Hintergrund war ich am Staunen, aber das am Abend war dann noch einmal eine Nummer größer, in die eine Richtung Sand, so weit das Auge reicht.

Für den nächsten Tag hatten wir eine Tour im Sand-Buggie durch die Wüste gebucht, es ging also mit diesem Gefährt die Dünen rauf und runter, was wie Achterbahn war! Hier war also Kopf ausschalten und Wasserflache festhalten angesagt. Ab und zu hielten wir an, um die Landschaft zu genießen und schließlich auch zum Sandboarden. Erst war mir etwas mulmig bei dem Gedanken, mich mit einem Brett die Düne hinunterzustürzen, es stellte sich allerdings als harmloser heraus, als es klingt oder aussieht, ich war fast ein wenig enttäuscht. Meistens rutschte ich auf dem Bauch herunter, einmal versuchte ich es im Stehen, ohne großartigen Erfolg und spätestens da wusste ich auch, warum ich auf Anraten des Hostelbesitzers meine Flip-Flops noch gegen Turnschuhe eingetauscht hatte, denn der Sand war kochend heiß.

Nach einer letzten „Achterbahnfahrt“ kamen wir wieder in der Oase an und konnten erneut am Pool und am See flanierend entspannen.
Am Abend dann ging es auch schon wieder zurück nach Ica und mit dem Bus ins verregnete Cusco. Dieses Mal dauerte es sogar 19 Stunden, aber wir hatten uns „cama“ gegönnt, nicht wie sonst „semi cama“. Das heißt, unsere Sitze waren komfortabler, breiter und ließen sich weiter zurückstellen.

Leider war ich nach meinem Wüstentrip erst einmal krank, mein Magen wollte nicht mehr, womit ich hier im Haus nicht die Einzige war, mindestens die Hälfte von uns hatte es irgendwie erwischt, was besonders an jenem Tag auffiel, an dem es kein Wasser gab…
Trotzdem behalte ich meinen Wüstentrip in guter Erinnerung, es war einfach wie Urlaub und außerdem habe ich wieder eine neue Landschaft Perus kennengelernt, eine Wüste habe ich schließlich noch nie gesehen!

 

Wüste Oase Sand-Buggie

14Februar
2014

El Santuario Animal de Ccochahuasi

Nun bin ich schon über einen Monat in meiner neuen Arbeitsstelle, dem „Santuario Animal de Cchochahuasi“ und habe mich gut eingelebt. Wird Zeit, dass ich ein wenig davon erzähle. Im Voraus hatte ich ja etwas Angst, dass es für mich nichts zu tun gäbe, da Sabrina von viel Langeweile erzählt hatte, aber irgendwie habe ich fast immer was zu tun. Gibt es mal nichts, beobachte ich die Tiere oder nerve die Mitarbeiter vor Ort so lange, bis sie mir eine neue Aufgabe geben.

Die Anzahl der Tiere, die sich speziell in meiner Obhut befinden, hat sich leider von drei auf eins reduziert. Da gab es das Wiesel, welches allerdings in meiner zweiten Woche in den anderen Zoo umzog und ein krankes Reh. Für dieses schälte ich immer Erbsen und zusammen mit Sergio, dem Tierpfleger, reinigte ich jeden Tag sein Auge. Eines Tages jedoch wurde es eingeschläfert, da es mehr bergab als bergauf ging. Also ein Tier abgegeben, eines tot. Keine besonders gute Bilanz, wie Peter, einer meiner Mitbewohner so treffend bemerkte.

Bleibt noch Tier Nummer drei: Bronce, das Pferd. Und mit dem läuft es richtig gut. In meiner dritten Woche tatsächlich schon meinte Dante, ich solle ihn zum Reiten fertig machen. Zunächst „longierten“ wir ihn mit Strick und Halfter, um ihn ein wenig müde zu machen, da wir ja nicht wussten, wie er nach einem reiterlosen Jahr reagieren würde. Danach holten wir Zaumzeug und Sattel, welches doch ein wenig verschieden von dem ist, was ich so kenne. Eine Satteldecke gab es nicht, wir schnitten uns eine aus alten Decken zusammen. Schließlich zeigte ich Bronce alles und sattelte ihn vorsichtig, was er sich alles ruhig gefallen ließ. Auch die zweiteilige Trense (leider mit Kandare) ließ er sich ohne weiteres anlegen. Nun ging es ans Aufsteigen und ich war doch ein wenig skeptisch und schickte Omar, einen der Chefs vor, da ich nach den Horrorgeschichten, die sie mir von dem Pferd erzählt hatten, ungern als erste aufsteigen wollte. Knochenbrüche kann ich hier nicht gebrauchen. Meine Bedenken waren jedoch Fehl am Platz, Bronce muckte kein bisschen auf und nach Omar stieg ich schließlich auf. Bronce reagiert auf die kleinsten Hilfen, ist sehr bequem und kein bisschen schreckhaft. Nun gehört es also auch zu meinen Aufgaben, zu reiten! Mit der Zeit, wie ich leider zugeben muss, wurde Bronce jedoch etwas sturer und versuchte, mich zu testen und ich habe es bis jetzt auch noch nicht geschafft, ihn in den Trab, geschweige denn in den Galopp zu bewegen. Er läuft nur Schritt und Paso (so etwas Ähnliches wie Pass, von der Geschwindigkeit nur mehr in Richtung Trab). In der ersten Zeit ritt ich immer im Lama-/Alpaka-Gehege, bis wir bemerkten, dass das dem Boden dort gar nicht gut tut und nun muss ich auf dem Hang reiten, auf dem Bronce lebt, was eher schlecht als recht geht, aber naja… man nimmt, was man kriegen kann. Ansonsten ist es immer eine rechte Attraktion, wenn ich reite. Es kommen sämtliche Zoomitarbeiter an und wollen sich auch daran probieren. Es gibt die einen, denen es fast schon zu viel ist, wenn Bronce sich einen Schritt bewegt und die anderen, die gleich wild drauf los treiben. Wie auch immer, am Ende gibt es immer einen Apfel oder eine Banane für das gute Paso-Pferd.

Nun muss ich noch von meinem Freund, dem Reh erzählen. Es gab schließlich zwei Rehe und natürlich sterben immer die Guten zuerst, denn das verbliebene Reh ist eine absolute Mistkrücke. Wenn man von außen zum Gehege geht, ist alles gut, dann lässt es sich streicheln und sieht aus, als könnte es kein Wässerchen trüben. Geht man allerdings hinein, besonders als Frau und besonders, wenn man ich ist, wird es unfreundlich. Das erste Mal durfte ich diese Erfahrung machen, als ich die Schildkröten, die sich mit im Gehege befinden, mit Papaya füttern sollte. Dabei war das Reh nicht mal mein größter Feind, sondern viel mehr der Storch mit seinem doch recht eindrucksvollen Schnabel. Der Storch pickte mich ins Bein, das Reh stupste mich nur an, bis ich den beiden schließlich etwas hinwarf. Glücklicherweise kam Sergio hinzu und ich war in Sicherheit. Beim nächsten Mal dachte ich, ich wäre ganz schlau und hole die Schildkröten einfach raus aus dem Gehege. Jedes Mal, wenn ich mich jedoch bückte, begann das Reh mich zu treten und als ich schließlich unsere Zehn-Kilo-Schildkröte in den Armen hielt, war ich völlig wehrlos. Wieder hatte ich Glück und Bruno, ein Student, der auch im Zoo arbeitet, rettete mich, indem er das Reh vertrieb. Ich achtete darauf, dass ich das Gehege immer nur in Begleitschutz betrat, ab und an wollte mich das Tier attackieren, aber mir wurde gesagt, ich müsse mich einfach verteidigen, im ins Gesicht schlage und einfach keine Angst haben. Nun befindet sich das Haus der Papageien natürlich auch im Rehgehege und bei schlechtem Wetter bleiben sie drinnen und müssen dort gefüttert werden. Mit dunkler Vorahnung betrete ich also eines Tages mit der sorgfältig geschnittenen Mango das Gehege und das Reh kommt an. Es scheint nur neugierig, aber ich beschließe, es gleich mit ein paar Handbewegungen Richtung Kopf zu vertreiben. Daraufhin stellt es sich auf die Hinterbeine und prügelt mit seinen Vorderbeinen auf mich ein. Nachdem die Hälfte der Mango verloren war und ich eingesehen hatte, dass ich diesem Mistvieh unterlegen bin, floh ich aus dem Gehege und drückte die Mango Sergio in die Hand. Bis jetzt wurde ich nur wieder ins Gehege geschickt, um sauber zu machen und dann war das Reh immer recht friedlich, schließlich war ich ja auch bewaffnet. Ich freue mich allerdings nicht auf das nächste Mal, wenn ich mit Futter hinein muss. Ich muss sagen, ich hatte noch nie so viel Lust auf Rehbraten wie jetzt…

Wenn ich nicht vor dem Reh fliehe oder reite, gebe ich Touren für die Touristen, füttere die Tiere, säubere die Gehege oder bestaune die neuen Tiere, zum Beispiel ein putziges biberähnliches Tierchen, ein neugeborener Mischling aus Alpaka und Lama (klar, zum Tag der Geburt war ich natürlich krank), eine Ziege mit Kind, zwei halbjährige Lamas und ein neues kleines Reh, wobei ich mir aber nicht ganz sicher bin, ob das nicht schon wieder verschwunden ist. Und wenn dann schließlich doch mal alle Arbeit getan ist, sitze ich in der Sonne, trinke Tee oder schwatze mit den Mitarbeitern. Ich kann mich über meinen Arbeitsalltag nicht beschweren, manchmal, wie diese Woche, gibt es spezielle Aufgaben, wie den Esel zu scheren und zwar mit Schere und Messer, was bei einem zappelnden Esel seine Zeit dauert.

Im Praktikawelten-Haus gefällt es mir derweil auch noch ganz gut. Letzte Woche sind recht viele abgereist, sodass wir zwischenzeitlich nur zu elft waren, es kamen aber gleich wieder Neue. Und diese Woche habe ich in meinem Apartment sturmfrei, da Anna aus meinem Zimmer leider abgereist und Charly eine Woche in Chile ist. Ist aber mal ganz entspannt, alles für sich zu haben und auch auf der Etage ist sonst nur Peter, also ist es schön ruhig!

 

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